Forschung · Psychologie · Goethe-Universität Frankfurt
Kein Mensch ist eins. Jeder Mensch ist ein eigenes Universum.
Mich fasziniert seit meiner Kindheit, dass wir dieselbe Welt erleben – und doch nie dieselbe Wirklichkeit teilen. Jeder Mensch trägt Erinnerungen, Sprache, Beziehungen und Erfahrungen in sich, die seine eigene Innenwelt formen. Kommunikation ist deshalb für mich mehr als Informationsaustausch. Sie ist der Versuch, Brücken zwischen verschiedenen Universen zu bauen.
Vielleicht führte mich genau deshalb der Weg zur Psychologie. Nicht, weil sie alle Antworten bereithält, sondern weil sie den Menschen in seiner ganzen Vielfalt ernst nimmt. Mich interessieren weniger einzelne Teilgebiete als ihre Verbindungen: Wie entsteht Identität? Wie verändert Sprache unser Selbstbild? Wie formen Gruppen unser Denken? Warum entstehen Kunst, Musik oder Literatur – und was erzählen sie über den Menschen?
Psychologie verstehe ich deshalb nicht als Gegenpol zu Kunst oder Musik, sondern als eine weitere Sprache, um menschliche Erfahrung zu beschreiben. Die wissenschaftliche Perspektive ergänzt für mich das, was Zeichnungen, Literatur oder Improvisation auf andere Weise sichtbar machen. Erst gemeinsam entsteht ein vollständigeres Bild.