Simon Elias SchauggArchiv

Forschung · Psychologie · Goethe-Universität Frankfurt

Kein Mensch ist eins. Jeder Mensch ist ein eigenes Universum.

Mich fasziniert seit meiner Kindheit, dass wir dieselbe Welt erleben – und doch nie dieselbe Wirklichkeit teilen. Jeder Mensch trägt Erinnerungen, Sprache, Beziehungen und Erfahrungen in sich, die seine eigene Innenwelt formen. Kommunikation ist deshalb für mich mehr als Informationsaustausch. Sie ist der Versuch, Brücken zwischen verschiedenen Universen zu bauen.

Vielleicht führte mich genau deshalb der Weg zur Psychologie. Nicht, weil sie alle Antworten bereithält, sondern weil sie den Menschen in seiner ganzen Vielfalt ernst nimmt. Mich interessieren weniger einzelne Teilgebiete als ihre Verbindungen: Wie entsteht Identität? Wie verändert Sprache unser Selbstbild? Wie formen Gruppen unser Denken? Warum entstehen Kunst, Musik oder Literatur – und was erzählen sie über den Menschen?

Psychologie verstehe ich deshalb nicht als Gegenpol zu Kunst oder Musik, sondern als eine weitere Sprache, um menschliche Erfahrung zu beschreiben. Die wissenschaftliche Perspektive ergänzt für mich das, was Zeichnungen, Literatur oder Improvisation auf andere Weise sichtbar machen. Erst gemeinsam entsteht ein vollständigeres Bild.

Köpfe von Simon Schaugg zum Thema Identität — dasselbe Motiv in Spiegel, Glas, Holz und Farbe ausgeführt.
Ein Kopf, viele Fassungen — das Selbst als Prozess

Leitfragen

Was mich antreibt

  1. 01

    Wie erlebt jeder Mensch die Wirklichkeit — und was prägt dieses Erleben?

  2. 02

    Wie kooperieren Menschen, und wie entsteht aus vielen Einzelnen ein Wir?

  3. 03

    Was macht ein gutes und gesundes Leben aus?

  4. 04

    Wie funktioniert Führung?

Abb. 1 Zeichnung von Simon Schaugg: ein großer Kopf im Profil, in dem mehrere kleine Köpfe stecken, daneben eine Gruppe kleiner Köpfe, die zu ihm aufschaut.
Das Ich im Wir — das Wir im Ich

Ausgewählte Arbeiten

Bachelorarbeit

Identity Leadership und Sprache

Wie entsteht aus vielen Einzelnen ein gemeinsames »Wir«? Meine Bachelorarbeit untersuchte, wie Führungssprache kollektive Identität formt — und verschob damit dieselbe Frage, die mich zuvor am Individuum interessierte, auf Gruppen. Sprache beschreibt Gemeinschaft nicht nur, sie kann sie auch entstehen lassen.

Sozial- & Organisationspsychologie

Seminararbeit · Note 1,0

Neuronale Grundlagen musikalischer Improvisation

Was geschieht im Gehirn, wenn eine Hand etwas spielt, das eine Sekunde zuvor noch nicht existierte? Mich interessierte dabei weniger die Musik selbst als Improvisation als menschlicher Ausdruck: Wie entstehen Kreativität und Spontaneität? Welche Prozesse ermöglichen es, dass innere Erfahrung unmittelbar in Klang übergeht?

Biopsychologie↓ PDF lesen→ siehe Musik

Simon Schaugg bei der Posterpräsentation seines experimentellen Praktikums an der Goethe-Universität Frankfurt.

Experimentelles Praktikum · Note 1,0

Attention in Auditory Entrainment and its Effects on Perception

Gruppenprojekt zur auditiven Aufmerksamkeit und rhythmischen Synchronisation, vorgestellt als wissenschaftliches Poster an der Goethe-Universität Frankfurt. Mich interessierte dabei die Frage, wie Aufmerksamkeit unsere Wahrnehmung verändert — und wie stark unser Erleben von Prozessen beeinflusst wird, die uns oft gar nicht bewusst sind.

Kognitive Psychologie↓ Bericht lesen

Als Experte befragt

F.A.S. · 30.08.2026 · Titelseite Rhein-Main & Hessen

„Den Leistungsdruck nicht mit in den Ruhestand nehmen."

Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung habe ich erklärt, was psychologisch geschieht, wenn nach Jahrzehnten im Beruf die Rolle wegfällt, die das Selbstbild getragen hat — und warum der Ruhestand nicht zwangsläufig in eine Krise führen muss. Das Interview war der Aufmacher der Titelseite des Rhein-Main-Teils; die Fragen stellte Anaïs Muschter.

Interview auf faz.net lesen ↗

„Die Gefahr ist, dass mit dem Übergang in den Ruhestand ein großer Identitäts- und Rollenbruch stattfindet, auch sozial. In der Sozialpsychologie gibt es den Social Identity Approach. Das heißt, dass wir uns als Personen nicht nur über individuelle Eigenschaften definieren, sondern auch über unsere Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Gruppen und Rollen."

Aus dem Interview — dieselbe Theorie, auf der auch meine Bachelorarbeit aufbaut

BILD am Sonntag · 18.10.2026 · Seite 32 · auch auf bild.de

„Die Kunst, ein glücklicher Rentner zu sein"

In einem großen Report über das Leben nach dem Beruf ordne ich als Experte ein, warum der Übergang in den Ruhestand zu einem Identitäts- und Rollenbruch werden kann.

Artikel auf bild.de lesen ↗

„Entscheidend ist weniger, wie viel jemand gearbeitet hat, sondern wie viel seines bisherigen Alltags, seiner sozialen Einbindung und seines Selbstbildes an dieser Arbeit hing."

Aus dem Artikel in BILD am Sonntag

Vortrag · Mittwoch, 21.10.2026 · Mainz

„Das Leben nach der Praxis – schon für den Ruhestand vorgesorgt?"

Auf Einladung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz und der Bezirksärztekammer Rheinhessen war ich als Wissenschaftler Teil der Diskussionsrunde für Ärztinnen und Ärzte und habe über die psychologische Seite des Übergangs in den Ruhestand gesprochen, gemeinsam mit einem Rechtsanwalt, einem Praxisberater und einem Steuerberater.

Beitrag der Landesärztekammer auf LinkedIn ↗

Haus der rheinland-pfälzischen Ärzteschaft
Mittlere Bleiche 40, Mainz

Anknüpfung an das F.A.S.-Interview zur Psychologie des Ruhestands

Alle Presseberichte →

Studium & Stationen

Psychologie habe ich nie als Sammlung einzelner Fächer verstanden. Klinische Psychologie, Sozialpsychologie, Neurowissenschaften oder Organisationspsychologie beschreiben für mich unterschiedliche Ebenen derselben Wirklichkeit. Gemeinsam versuchen sie zu erklären, wie Menschen sich selbst verstehen, miteinander leben und Bedeutung schaffen.

1,2

B.Sc.-Schnitt

Top 5 %

der Kohorte

2×

Deutschland­stipendium

Studium

ab 2026

M.Sc. Psychologie
Arbeits- & Organisationspsychologie · Cognitive Neuroscience

ab 2026

B.A. Politikwissenschaft mit VWL
parallel als Doppelstudium

seit 2022

B.Sc. Psychologie
Schwerpunkt Klinische Psychologie & Psychotherapie · Bachelorarbeit bei Prof. Dr. Rolf van Dick

Praxis

2025/26

Praktikum Klinische Psychologie
Praxis Sujata Amend-Sarkar · Diagnostik & Therapie-Assistenz

2025

Wissenschaftliche Hilfskraft
Testsammlung, Bibliothek Psychologie & Sozialwissenschaften

2025

Intensivkurs Forensische Psychiatrie
Fachbereich Psychologie, Goethe-Universität

Förderung

2026

sdw-Stipendium
Studienförderwerk Klaus Murmann · Stiftung der Deutschen Wirtschaft

2024 · 2026

Deutschlandstipendium
Goethe-Universität Frankfurt · zweimal vergeben

2025

e-fellows.net
Online-Stipendium & Karrierenetzwerk

2025/26

GROW@Goethe
Berufliches Mentoring-Programm, Career Service

Engagement

2021–24

Jugendleiter
Ev. Kinder- und Jugendwerk Heidelberg · drei internationale Jugendfreizeiten

Vollständiger Lebenslauf →