Simon Elias SchauggArchiv
Zwei Sprachen für dieselbe Frage

Kunst · Zeichnungen, Fotografien und Serien · 2019–2026

Denken und Fühlen
in Bildern.

Nicht alles lässt sich erklären. Manche Fragen brauchen Linien statt Begriffe.

Die Zeichnungen entstehen dort, wo Sprache an ihre Grenze kommt. Sie sind keine Illustrationen meiner Forschung und keine bloßen Skizzen persönlicher Erlebnisse, sondern eine weitere Form des Nachdenkens über dieselben Fragen: Identität, Schuld, Verantwortung, Freiheit, Erinnerung und das menschliche Miteinander.

Während die Psychologie versucht zu beschreiben, wie Menschen denken und handeln, interessiert mich hier, wie sich menschliche Erfahrung darstellen lässt.

Simon Schaugg als Kind beim Malen an einem Tisch auf dem Balkon, neben ihm Pflanzen und ein Korb mit Spielsachen.

Künstlerische Prägung

Kunst gehörte für mich nie zu den Dingen, die man irgendwann entdeckt — sie war von Anfang an Teil der Familie. Mein Großvater Lui Schaugg arbeitete als freischaffender Maler am Bodensee; auch andere Angehörige beschäftigen sich mit Malerei, Grafik, Kunstgeschichte, Glaskunst und Gestaltung. Zeichnungen, Ateliers und Ausstellungen gehörten deshalb selbstverständlich zu meiner Kindheit.

Vielleicht suche ich deshalb bis heute nach unterschiedlichen Sprachen für dieselbe Frage.

Reflexion · I von II

Das Wesen der Kunst ist immer die Geschichte. Und die Geschichte ist nicht das Wort — das Wort ist nur eine Annäherung an die Geschichte, genau wie es das Bild ist und das Lied.

Gezeichnete Gesichter

Tusche · Aquarell · Marker · 2021–2023

Gesichter sind mein wiederkehrendes Motiv — weniger Porträts bestimmter Personen als Verdichtungen von Erinnerungen und Fragen: Schuld, Freiheit, Verantwortung, Sehnsucht.

Die Arbeiten entstanden über mehrere Jahre, manche in Minuten, andere über Wochen.

„Blauer Vogel“ — Zeichnung von Simon Schaugg, Tusche und Marker, 4. Juni 2023: ein Vogel mit menschlichem Gesicht und blau schraffiertem Gefieder, daneben der handgeschriebene Text „Blauer Vogel, tauber Vogel, verbrauchter Vogel“.

„Blauer Vogel, tauber Vogel, verbrauchter Vogel, zerstaubter Vogel, beraubter Vogel. Gib das Träumen auf. Niemals wirst du fliegen, Vogel. Niemals wirst du frei.“

Blauer Vogel · Tusche & Marker · 04.06.23

Originale

Fotografiert statt gescannt.

Papier, Ringe, Schatten, Papierwölbungen und Gebrauchsspuren bleiben bewusst sichtbar. Die Zeichnungen sollen nicht nur als Motive erscheinen, sondern auch als Gegenstände mit eigener Geschichte — so, wie sie tatsächlich entstanden sind.

Alle 19 Original-Seiten im Archiv →

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Buch mit KI freigestellt, Zeichnungen original

Das Urteil

Digitale Serie · 2025

Während sich die frühen Zeichnungen vor allem mit individuellen Innenwelten beschäftigen, richtet sich der Blick hier stärker auf soziale Rollen, Macht, Urteil und öffentliche Wahrnehmung.

Die Figuren erscheinen nicht mehr isoliert, sondern als Teil größerer Beziehungen und Systeme. Fragen nach Schuld und Verantwortung bleiben bestehen, verschieben sich jedoch vom Individuum auf gesellschaftliche Zusammenhänge.

„Guilty“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: eine grüne und eine schwarze Figur vor pinkem Grund, darüber die Schriftzüge „The Council Has Spoken“ und „GUILTY“.
„the council has spoken“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: ein rosafarbenes Objekt auf einem hohen Sockel vor schwarzem Grund.
„You or Me“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: eine pinke Krone aus Perlen und Schmuck vor schwarzem Grund.
„Please“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: eine violette Hand, die aus dem Bildrand greift, vor schwarzem Grund.
„enjoying a good view“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: ein Aussichtssteg über einer rosa eingefärbten Hügellandschaft.
„backpacking in 84“ — digitale Arbeit von Simon Schaugg aus der Serie „Das Urteil“, 2025: eine Person mit Rucksack an einem Geländer, dahinter eine Bergkette.

Raumgründe

Digitale Malerei · 2020

Die Serie fragt nicht, wie Natur aussieht, sondern was von einer Landschaft übrig bleibt, wenn man Details entfernt — wann aus wenigen Farben Weite, Licht oder Wetter entsteht.

Digitale Malerei als bewusster Gegensatz: mit einem künstlichen Werkzeug etwas Organisches sichtbar machen.

„Wolken“ — digitale Malerei von Simon Schaugg aus der Serie „Raumgründe“, 2020: eine graue Wolkenbank über einer hellen, fast aufgelösten Fläche.
Wolkendigital · ’20
„Wald unter Wolken“ — digitale Malerei von Simon Schaugg aus der Serie „Raumgründe“, 2020: ein dunkler Waldsaum unter schwerer Wolkendecke.
Wald unter Wolkendigital · ’20
„Horizont“ — digitale Malerei von Simon Schaugg aus der Serie „Raumgründe“, 2020: ein schmaler Horizont zwischen Wolken und Wasser, nahezu monochrom.
Horizontdigital · ’20
„Roter Berg“ — digitale Malerei von Simon Schaugg aus der Serie „Raumgründe“, 2020: eine schwarze Bergsilhouette mit rotem Saum über türkisfarbenem Wasser.
Roter Bergdigital · ’20
„Berg, grafisch“ — digitale Malerei von Simon Schaugg aus der Serie „Raumgründe“, 2020: eine Berglandschaft, allein aus feinen blauen Strichlagen aufgebaut.
Berg, grafischdigital · ’20

Reflexion · II von II

Letzten Endes ist es immer das, was die Kunst ist. Was sie versucht. Woran sie sich abarbeitet: der Versuch, die Geschichte einzufangen — die Faszination, die Geschichte, in diesem Moment.

Das Atelier von Simon Schaugg am Abend: Arbeitstisch mit Zeichnungen, Lampen, Farben und Werkzeug in warmem Licht.

Das Atelier

Der Raum, in dem die Arbeiten entstehen.

Zwischen Zeichnungen, Büchern, Instrumenten und Notizen. Kein abgeschlossenes Atelier, sondern ein Arbeitsraum, in dem sich Psychologie, Kunst, Musik und Schreiben begegnen.

Erste Ausstellung

Gemeinsam mit Ulrike Schaugg und Christine Hausotter

Juni 2024

Die erste öffentliche Präsentation der Arbeiten. Ein Schritt aus dem privaten Arbeitsprozess in den öffentlichen Raum — und damit ein weiterer Abschnitt eines Archivs, das weiter wächst.

Das vollständige Archiv

Was hier nicht steht.

Diese Seite ist eine Auswahl. Alle Zeichnungen, sämtliche Original-Seiten des Notizbuchs, die Reise-Skizzen und die fotografischen Serien liegen vollständig im Archiv.

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Film & Bühne

Vor der Kamera, auf der Bühne, mit der Stimme.

Neben den Zeichnungen wirke ich in Filmen und szenischen Arbeiten mit — beim Heidelberger Künstler Peter Bösselmann und in Produktionen der Hochschule Darmstadt. Eine Auswahl.

Filmstill aus dem Kurzfilm „In die Ferne grüßen — Kafka in Zitaten“, Heidelberg 2024, an dem Simon Schaugg als „Die Zuhörenden / Posluchači“ mitwirkte: eine Person in dunklem Mantel mit einem Buch auf einem leeren Platz.

Kurzfilm · Kafka-Jahr 2024 · Heidelberg & Prag

In die Ferne grüßen — Kafka in Zitaten

Ein Kurzfilm zum Kafka-Jahr, gemeinsam von Heidelberg und Prag realisiert — erzählt in Kafkas eigenen Zitaten. Premiere am 12. Dezember 2024 in der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg.

Rolle laut Abspann · „Die Zuhörenden / Posluchači"

Kurzfilm · Drama · Sommer 2026 · in Postproduktion

Graben

Nach einem fatalen Angriff kämpft ein verbliebener deutscher Soldat fanatisch gegen einen beinahe unsichtbaren Feind im gegenüberliegenden Schützengraben, während sich sein eigener Graben immer mehr in ein schlammiges Grab verwandelt.

Ich stand als französischer Soldat vor der Kamera — als der beinahe unsichtbare Feind auf der anderen Seite — und war zugleich Double des Hauptdarstellers.

Das Projekt entstand im Sommer 2026 als Zusammenarbeit zwischen Fourmat Film, dem Filmstudiengang Motion Pictures der Hochschule Darmstadt, der Stadt Dieburg und dem Freundeskreis Mediencampus Dieburg e. V. Die Fotografien vom Set sind während der Dreharbeiten selbst entstanden.

Zum Film bei Fourmat Film
Rolle
Französischer Soldat
Zusätzlich
Double des Hauptdarstellers
Drehbuch
Matthias Kreter, Nils Gustenhofen
Produktion
Fourmat Film
Ko-Produktion
Hochschule Darmstadt · Motion Pictures
Partner
Stadt Dieburg, Freundeskreis Mediencampus Dieburg e. V.
Stand
In Postproduktion
Fotografie
Simon Schaugg (Set)
Am Set des Kurzfilms „Graben“, Sommer 2026, fotografiert von Simon Schaugg: zwei Crewmitglieder mit Tonangel und Kamera, daneben ein Darsteller im französischen Militärmantel mit Adrian-Helm und Gewehr, im Rauch über einem Feld.
Dreh im Rauch — Kamera und Tonangel neben dem französischen Soldaten
Simon Schaugg in seiner Rolle als französischer Soldat im Kurzfilm „Graben“, Sommer 2026: horizontblauer Militärmantel mit Kragenspiegeln und Lederkoppel, vor einer Hecke.
Simon Schaugg als französischer Soldat

Weitere Mitwirkungen

Filme und szenische Arbeiten aus dem Atelier Klausenpfad von Peter Bösselmann.

Alle Filme · klausenpfad.de